Fernsehsender sind seit Längerem auf der Suche nach alternativen Einnahmequellen zur TV-Werbung. So hat nach Pro7 oder Sat1 nun auch RTL einen Surfstick im Angebot. Der knapp 25 Euro teure Huawei-E-150E-Stick funkt im Vodafone-Netz und schafft Downloads mit einer Geschwindigkeit bis zu 3,6 Mbit/s. Hört sich soweit gut an - nur was taugt das RTL-Angebot in der Praxis?
Lieferumfang Der RTL Stick wird in einer schnieken Kartonhülle inklusive eingelegter Sim-Karte ausgeliefert. Der Stick selbst enthält zusätzlich zum Sim-Einschub einen Eingang für eine externe Antenne sowie ein SD-Kartenfach, ein Verlängerungskabel für den USB-Anschluss wie etwa beim Vodafone-Surfstick fehlt leider. Sehr löblich hingegen ist das recht umfangreiche Handbuch, das sogar Infos zum Tarif im Ausland liefert.
Link: RTL-Surfstick-Website Installation Zum Installationsvorgang selbst hält sich das Handbuch allerdings weitgehend bedeckt - gerade einmal ein Satz ist dazu vermerkt. Wer etwa nicht den Autostart-Vorgang bei seinem Betriebssystem aktiviert hat, steht womöglich schon nach Einstecken des Surfsticks auf dem Schlauch. In diesem Fall: Explorer öffnen, den USB-Stick anwählen und "Autorun" starten. Das klappte auf Rechner A (Windows 7) ohne Probleme: Ein Popup-Fenster informiert über den Installationsvorgang und listet auf Wunsch auch alle ablaufenden Vorgänge auf. Bei Rechner B (Windows XP) hingegen brach immer wieder die Verbindung ab, sodass sich schon der Doppelklick auf die "Autorun"-Datei als Geduldsprobe erwies. Ob's schlussendlich am Betriebssystem oder nicht doch an veralteten Treiber liegt, konnten wir nicht verifizieren. Am Ende geklappt, hat's dann trotzdem, und das knapp 60-Megabyte-Programm "Surf & E-Mail-Stick" lag (trotz vorheriger Angaben über nur 35,6 Megabyte) auf der Festplatte. Der reibunsglose Ablauf bei Windows 7 nahm etwa eine Minute ein - was etwa durch das Entfernen der überflüssigerweise mitinstallierten Treiber zu fremden Betriebssystemen sicherlich noch schneller sein könnte. Sei's drum: Es gibt Surfsticks, die machen mehr Probleme.
Link: Weitere Prepaid-Surfsticks im Vergleich Hardware Der Internet Stick selbst kommt von Huawei, trägt den Zusatz "E 150E" und liefert im Download maximal 3,6 Mbit/s, wobei im Vodafone-Netz theoretisch das Doppelte möglich wäre. Das alte Problem, dass der Stick zusammen mit dem Laptop bei längerem Gebrauch heiß läuft, konnten wir nicht im Übermaße feststellen - für ein Spiegelei hat's also nicht gereicht. Als Gimmick bringt der Huawei E 150E noch eine kleine LED mit, die je nach Farbe und Leuchtstatus (kontinuierlich oder blinkend) die Verbindungsart anzeigt. Praktisch, um etwa in schwachen UMTS-Gebieten EDGE als feste Verbindung anzuwählen und dauernd Hin- und Herschalten zwischen EDGE und UMTS zu vermeiden. Software & Web-Interface Recht spartanisch ausgefallen ist die Software, die den eher unsinnigen Namen "Surf & E-Mail-Stick" trägt. Integriert sind zwei Fenster, eines mit einer Schaltfläche zum Verbinden, das andere mit Statistiken über Up- und Downloads (also Geschwindigkeit und Datenmengen). Dazu gibt es noch ein paar Einstellungen etwa zum Abschalten der SIM-Abfrage oder Einschränkung der Netzwahl. Die Buchung der jeweiligen Tarifart hingegen hat man wie der Großteil der Konkurrenz auch ins Web ausgelagert - leider. Denn so läuft man stets Gefahr, das Browser-Fenster mit der verbliebenen Restzeit und der verbrauchten Datenmenge (sehr löbliches Feature!) versehentlich zu schließen. Dafür wird von RTL zweimal nachgefragt, ob man auch wirklich die gewählte Session buchen will, zudem sind die alternativen Zahlunsgmethoden Lastschrift und Kreditkarte verfügbar. Das macht dann schon einen sehr guten Eindruck! Netz & Geschwindigkeit Alles vorher Gesagte ist natürlich hinfällig, wenn der Stick die Daten langsam und unzuverlässig ins und aus dem Internet schleust. Und da kommt mit dem Vodafone-Netz das stärkste Kaufargument des RTL Sticks zum Tragen: Die Verbindung bleibt auch bei Bewegung (etwa mit dem Auto) erstaunlich stabil, die Abdeckung ist dank des Netzes sowieso königlich. Im Vergleich zum 1&1-Stick (ZTE MF110, ebenfalls Vodafone-Netz) haben wir in beiden Punkten allerdings kleine Unterschiede ausmachen wollen - allerdings ein rein subjektiver Eindruck. Insgesamt lief der Huawei-Stick sehr zuverlässig, die Begrenzung in der Download-Rate auf 3,6 Mbit/s machte sich nur bei an sich sehr guter Netzverfügbarkeit und bei großen Datenmengen bemerkbar - eine wirkliche Bremswirkung konnten wir also nicht feststellen. Im Vergleich zum Klarmobil-Stick, der im schwächeren O2-Nutz noch bemerkenswert gut arbeitet, hat der RTL-Surfstick die Nase vorn. Die Tarife 24,90 Euro sind per se ein sehr guter Preis für einen HSDPA-fähigen Surfstick. Hinzu kommen die Gebühren für die einzelnen Sessions, die nach Zeiteinheiten aufgeteilt sind: 90 Minuten (0,99 €), 12 Stunden (1,99 €), 7 (8,99 €) sowie 30 Tage (19,99 €) stehen zur Verfügung. Der Modus ist nach dem Parkuhrprinzip augestellt, das heißt: Im 30-Tage-Modus dürfen auch wirklich 30 Tage gesurft werden, unabhängig etwa davon, ob nun der Tarif am 1. des Monats oder einem anderen Tag aktiviert wurde. Preislich sind die Modi an die Konkurrenz angepasst - so sind die Preise identisch zu denen von Pro7, wer auf den Wochenmodus Wert legt, zahlt hingegen bei Bildmobil zwei Euro weniger. Bei Otelo wiederum sind für 0,99 Euro neun Minuten Surfen mehr drin. Insgesamt also kann man mit dem RTL Stick nicht viel falsch machen, wenn nicht die Volumenbegrenzung auf ein Gigabyte wäre. Für die kürzeren Zeiteinheiten ist das völlig ausreichend, bei einer Woche wird es kritisch, und bei einem Monat lohnt sich der Stick bei 19,99 Euro Tarifgebühr nicht mehr.  Fazit Umfangreiches Handbuch, ein etwas schwerfällige Installation, tolles Netz und gute Geschwindigkeiten - der RTL Surfstick hinterlässt einen guten Eindruck, auch wenn es nicht zu "sehr gut" reicht. Die verbundenen Tarife kommen Spontan-Surfern entgegen - als Ersatz zu stationärem Internet taugen sie nicht. Wer Wert auf die kostenlosen Inhalte von RTL.de legt, sollte den Stick auf jeden Fall zur näheren Auswahl nehmen. Bei allen anderen ist der Stick gegenüber der Konkurrenz reine Geschmacksfrage.

 | | | Typ | Prepaid-Zeit-Flatrate | Name
| RTL Surfstick
| Netz / Verbindung
| Vodafone / UMTS, HSDPA mit 7,2 Mbit/s
| | Volumenlimit | 1 Gigabyte | Kosten pro 90 Minuten 12 Stunden 1 Woche 30 Tage
| 0,99 Euro 1,99 Euro 8,99 Euro 19,99 Euro
| | Preis für Hardware | 24,95 Euro (3,6-Mbit/s-USB-Surfstick) zzgl. Versand (5 Euro)
| Simlock / Netlock
| nicht bekannt
| Besonderheiten
| 5 Euro Startguthaben
|
Fotos: © internet-unterwegs Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: |
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