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Der RTL Surfstick im Test
Donnerstag, 24. Februar 2011 um 14:53 Uhr
RTL Stick TeaserFernsehsender sind seit Längerem auf der Suche nach alternativen Einnahmequellen zur TV-Werbung. So hat nach Pro7 oder Sat1 nun auch RTL einen Surfstick im Angebot. Der knapp 25 Euro teure Huawei-E-150E-Stick funkt im Vodafone-Netz und schafft Downloads mit einer Geschwindigkeit bis zu 3,6 Mbit/s. Hört sich soweit gut an - nur was taugt das RTL-Angebot in der Praxis?


Lieferumfang

Der RTL Stick wird in einer schnieken Kartonhülle inklusive eingelegter Sim-Karte ausgeliefert. Der Stick selbst enthält zusätzlich zum Sim-Einschub einen Eingang für eine externe Antenne sowie ein SD-Kartenfach, ein Verlängerungskabel für den USB-Anschluss wie etwa beim Vodafone-Surfstick fehlt leider. Sehr löblich hingegen ist das recht umfangreiche Handbuch, das sogar Infos zum Tarif im Ausland liefert.

Link: RTL-Surfstick-Website

Installation

Zum Installationsvorgang selbst hält sich das Handbuch allerdings weitgehend bedeckt - gerade einmal ein Satz ist dazu vermerkt. Wer etwa nicht den Autostart-Vorgang bei seinem Betriebssystem aktiviert hat, steht womöglich schon nach Einstecken des Surfsticks auf dem Schlauch. In diesem Fall: Explorer öffnen, den USB-Stick anwählen und "Autorun" starten. Das klappte auf Rechner A (Windows 7) ohne Probleme: Ein Popup-Fenster informiert über den Installationsvorgang und listet auf Wunsch auch alle ablaufenden Vorgänge auf. Bei Rechner B (Windows XP) hingegen brach immer wieder die Verbindung ab, sodass sich schon der Doppelklick auf die "Autorun"-Datei als Geduldsprobe erwies. Ob's schlussendlich am Betriebssystem oder nicht doch an veralteten Treiber liegt, konnten wir nicht verifizieren. Am Ende geklappt, hat's dann trotzdem, und das knapp 60-Megabyte-Programm "Surf & E-Mail-Stick" lag (trotz vorheriger Angaben über nur 35,6 Megabyte) auf der Festplatte. Der reibunsglose Ablauf bei Windows 7 nahm etwa eine Minute ein - was etwa durch das Entfernen der überflüssigerweise mitinstallierten Treiber zu fremden Betriebssystemen sicherlich noch schneller sein könnte. Sei's drum: Es gibt Surfsticks, die machen mehr Probleme.

Link: Weitere Prepaid-Surfsticks im Vergleich

Hardware

Der Internet Stick selbst kommt von Huawei, trägt den Zusatz "E 150E" und liefert im Download maximal 3,6 Mbit/s, wobei im Vodafone-Netz theoretisch das Doppelte möglich wäre. Das alte Problem, dass der Stick zusammen mit dem Laptop bei längerem Gebrauch heiß läuft, konnten wir nicht im Übermaße feststellen - für ein Spiegelei hat's also nicht gereicht. Als Gimmick bringt der Huawei E 150E noch eine kleine LED mit, die je nach Farbe und Leuchtstatus (kontinuierlich oder blinkend) die Verbindungsart anzeigt. Praktisch, um etwa in schwachen UMTS-Gebieten EDGE als feste Verbindung anzuwählen und dauernd Hin- und Herschalten zwischen EDGE und UMTS zu vermeiden.

Software & Web-Interface

RTL Stick SoftwareRecht spartanisch ausgefallen ist die Software, die den eher unsinnigen Namen "Surf & E-Mail-Stick" trägt. Integriert sind zwei Fenster, eines mit einer Schaltfläche zum Verbinden, das andere mit Statistiken über Up- und Downloads (also Geschwindigkeit und Datenmengen). Dazu gibt es noch ein paar Einstellungen etwa zum Abschalten der SIM-Abfrage oder Einschränkung der Netzwahl. Die Buchung der jeweiligen Tarifart hingegen hat man wie der Großteil der Konkurrenz auch ins Web ausgelagert - leider. Denn so läuft man stets Gefahr, das Browser-Fenster mit der verbliebenen Restzeit und der verbrauchten Datenmenge (sehr löbliches Feature!) versehentlich zu schließen. Dafür wird von RTL zweimal nachgefragt, ob man auch wirklich die gewählte Session buchen will, zudem sind die alternativen Zahlunsgmethoden Lastschrift und Kreditkarte verfügbar. Das macht dann schon einen sehr guten Eindruck!

Netz & Geschwindigkeit

Alles vorher Gesagte ist natürlich hinfällig, wenn der Stick die Daten langsam und unzuverlässig ins und aus dem Internet schleust. Und da kommt mit dem Vodafone-Netz das stärkste Kaufargument des RTL Sticks zum Tragen: Die Verbindung bleibt auch bei Bewegung (etwa mit dem Auto) erstaunlich stabil, die Abdeckung ist dank des Netzes sowieso königlich. Im Vergleich zum 1&1-Stick (ZTE MF110, ebenfalls Vodafone-Netz) haben wir in beiden Punkten allerdings kleine Unterschiede ausmachen wollen - allerdings ein rein subjektiver Eindruck. Insgesamt lief der Huawei-Stick sehr zuverlässig, die Begrenzung in der Download-Rate auf 3,6 Mbit/s machte sich nur bei an sich sehr guter Netzverfügbarkeit und bei großen Datenmengen bemerkbar - eine wirkliche Bremswirkung konnten wir also nicht feststellen. Im Vergleich zum Klarmobil-Stick, der im schwächeren O2-Nutz noch bemerkenswert gut arbeitet, hat der RTL-Surfstick die Nase vorn.

Die Tarife

24,90 Euro sind per se ein sehr guter Preis für einen HSDPA-fähigen Surfstick. Hinzu kommen die Gebühren für die einzelnen Sessions, die nach Zeiteinheiten aufgeteilt sind: 90 Minuten (0,99 €), 12 Stunden (1,99 €), 7 (8,99 €) sowie 30 Tage (19,99 €) stehen zur Verfügung. Der Modus ist nach dem Parkuhrprinzip augestellt, das heißt: Im 30-Tage-Modus dürfen auch wirklich 30 Tage gesurft werden, unabhängig etwa davon, ob nun der Tarif am 1. des Monats oder einem anderen Tag aktiviert wurde. Preislich sind die Modi an die Konkurrenz angepasst - so sind die Preise identisch zu denen von Pro7, wer auf den Wochenmodus Wert legt, zahlt hingegen bei Bildmobil zwei Euro weniger. Bei Otelo wiederum sind für 0,99 Euro neun Minuten Surfen mehr drin. Insgesamt also kann man mit dem RTL Stick nicht viel falsch machen, wenn nicht die Volumenbegrenzung auf ein Gigabyte wäre. Für die kürzeren Zeiteinheiten ist das völlig ausreichend, bei einer Woche wird es kritisch, und bei einem Monat lohnt sich der Stick bei 19,99 Euro Tarifgebühr nicht mehr.

RTL Stick
Fazit

Umfangreiches Handbuch, ein etwas schwerfällige Installation, tolles Netz und gute Geschwindigkeiten - der RTL Surfstick hinterlässt einen guten Eindruck, auch wenn es nicht zu "sehr gut" reicht. Die verbundenen Tarife kommen Spontan-Surfern entgegen - als Ersatz zu stationärem Internet taugen sie nicht. Wer Wert auf die kostenlosen Inhalte von RTL.de legt, sollte den Stick auf jeden Fall zur näheren Auswahl nehmen. Bei allen anderen ist der Stick gegenüber der Konkurrenz reine Geschmacksfrage.

Pfeil


RTL Logo  
Typ Prepaid-Zeit-Flatrate
Name
RTL Surfstick
Netz / Verbindung
Vodafone / UMTS, HSDPA mit 7,2 Mbit/s
Volumenlimit 1 Gigabyte
Kosten pro
90 Minuten

12 Stunden
1 Woche
30 Tage


0,99 Euro
1,99 Euro
8,99 Euro
19,99 Euro
Preis für Hardware 24,95 Euro (3,6-Mbit/s-USB-Surfstick)
zzgl. Versand  (5 Euro)
Simlock / Netlock
nicht bekannt
Besonderheiten
5 Euro Startguthaben


Fotos: © internet-unterwegs
 

8 Kommentare

  1. Hab den Internetstick jetzt seit zwei Wochen und kann mich nicht beschweren. Die Installation hat bei mir auch gleich geklapt ohne Probleme (auf dem Mac) Gruss, Yoschie
  2. Leider funktioniert dieser Stick NICHT mit dem Betriebssystem Wundows Vista, obwohl die RTL-Werbung es hoch und heilig verspricht. Also Vorsicht beim Kauf !!!!!
  3. Bei mir funktioniert der Stick unter Vista! Du brauchst aber auf jeden Fall 1 Gigabyte RAM.
  4. Habe den Stick schon seit einer Weile, die Installation war schwerfällig, am Anfang hat s überhaupt nicht funktioniert, dann Anruf beim Kundenservice, der auch etwas schwerfällig war. Oft reicht auch die Netzstärke kaum, um ordentlich surfen zu können (z. B. bei mir zu Hause in Berlin im E. G.). Bin ich jetzt allerdings eingeloggt und ist das Signal stark genug, dann kann ich auch ordentlich surfen und bin dann auch zufrieden mit dem Ding. Insgesamt aber würde ich das Produkt eher als mittelmäßig bezeichnen.
  5. Leider habe ich schlechte Erfahrungen mit dem RTL surfstick: Ich würde sagen, hier wurde versucht auf die schnelle ein Geschäftsmodell rtl/Vodafone auf die Beine zu stellen ohne wirklich durchdachte Struktur. Blöd für RTL, das man sich so seinen Ruf ruiniert.
  6. AM ANFANK SCHWIRIGKEITEN ABER DANN GING ES
  7. Hallo. Mein Stick geht nicht mehr bzw bekomme kein zugang ins Netz! wer kann helfen?!
  8. HAllo Andre´! Kannst du nähere Infos geben: Hast du was an der Software gemacht? Hast du noch Guthaben? Hast du den LAptop an einer anderen Stelle?

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