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Das Nexus S von Google und Samsung im Test
Montag, 14. März 2011 um 12:37 Uhr
Nexus SDie Nexus-Serie wird fortgesetzt: Nach dem Nexus One in Zusammenarbeit mit HTC setzt Google bei seinem neusten Android-Smartphone auf den Hersteller Samsung. Das Nexus S bringt nun etwa ein etwas größeres Display und Extras wie einen NFC-Tag-Reader mit. Wir haben den neusten Android-Boliden mal unter die Lupe genommen und es mit der aktuellen Konkurrenz um Nexus One oder iPhone 4 verglichen.

Verarbeitung

Wer bereits ein Samsung-Smartphone in den Händen halten durfte, wird von der Haptik des Nexus S wenig überrascht sein - Besitzer ein Nexus One hingegen umso mehr. Denn im Gegensatz zum Vorgänger ist der neuste Google Handy-Sprössling aus wenig edel anmutendem Plastik gefertigt, was einem bei einem Verkaufspreis um die 450 Euro gehörig den Spaß verderben kann. Eindruck schindet das Nexus S hier also beileibe nicht - iPhone oder Nexus One machen einen deutlich hochwertigeren Eindruck. Gelungen ist hingegen die kleine Ausbuchtung am unteren Rand auf der Hinterseite, mit der das Handy angenehm in der Hand liegt und weniger leicht herausrutschen kann. Was mit der Plastikhülle passiert, wenn das Nexus S tatsächlich mal Bodenkontakt sucht, haben wir lieber nicht getestet.

Handhabung

Klar: Als Entwickler-Handy aus dem eigenen Haus serviert Google dem Nexus S natürlich die frischeste Android-Version - mittlerweile in Version 2.3.3 ("Gingerbread"). Und aus allerlei Unzulänglichkeiten aus den vorherigen Versionen hat das Betriebssystem gelernt. Neu hinzugekommen im Unterschied zu Android 2.2 ("Froyo") sind etwa ein paar wirklich gelungene UI-Elemente (beispielsweise eine Animation beim Ausschalten, die an alte Fernseher erinnert). Ansonsten hat sich nicht allzu viel getan. Dank starkem Prozessor (1GHz Cortex A8 Hummingbird) läuft Android hier absolut flüssig und spielt natürlich seine Stärken im Gegensatz zum iPhone OS (etwa die schier unbegrenzten Möglichkeiten zur Individualisierung der Oberfläche) aus. Weiterer Vorteil des Nexus S: Ähnlich wie beim Nexus One darf man hier bei Updates des Betriebssystem sich gegenüber anderen Android-Handy-Besitzern bevorteilt fühlen - die neuste Version trifft hier wesentlich schneller ein (auch wenn es beim Nexus One zuletzt doch einige Verzögerungen gab).
Samsung Nexus SÄhnlich wie sein Vorgänger verfügt auch das Nexus S über Softkeys auf der Unterseite ("Zurück", "Menü", "Home", "Suche"), die so etwas wie feste Touchscreen-Icons darstellen. Leider macht sich hier das Plastikgehäuse wieder negativ bemerkbar, da das Nexus S bei Berühren von einem der Softkeys etwas unsexy knarzt. Auf einen Trackball verzichtete Samsung leider - was dank der Integration eines neuen Navigationsmodus in Textschnippseln bei Android 2.3 aber weniger schwer ins Gewicht fällt.
Die Lautstärketasten an der Seite des Geräts sind leider ein wenig klein geraten, und auch die Integration des Klinkenanschluss für Kopfhörer an der Unterseite des Geräts mag uns nicht so recht gefallen - schlussendlich ist das aber wohl Gewöhnungssache, wie man sein Handy aus der Tasche zieht. Einen zwiespältigen Eindruck hinterließ nicht zuletzt auch der Akku, der wie bei Smartphones generell leider viel zu schnell Durst bekommt. Aufgrund des mächtigen Displays passiert das beim Nexus S nach unseren Tests nochmal deutlich schneller als etwa beim Nexus One oder iPhone 4.

Display

Konnte das Nexus S bisher etwa gegen seinen Vorgänger oder der iPhone-Konkurrenz kaum punkten, zieht es in puncto Display nun alle Register. War man von Samsung bei einigen Modellen schon von sehr guten Bildschirmen angetan, darf das Nexus S hier nun die Display-Krone tragen. Dank ungemein fruchtiger Farben, Rasiermesserscharfen Kontrasten und nicht zuletzt der stolzen Größe (4 Zoll, 480 x 800 Pixel) bleibt selbst die Bedienung bei direkter Sonneneinstrahlung ein Vergnügen. Der kapazitive Touchscreen selbst reagiert äußerst präzise auch bei kleinteiligen Elementen, erkennt aber leider nur maximal zwei Kontaktpunkte - wer Gesten mit mehr als drei Fingern aktivieren will, bekommt das mit dem Nexus S leider nicht gebacken.

Multimedia

Pluspunkte im Vergleich zu Android-Konkurrenz kann das Nexus S wiederum bei der Kamera (5 Megapixel) verzeichnen - zwar reagiert der Fokus etwa immer noch recht träge, die Bilder selbst landen allerdings verblüffend farbgetreu in den Speicher. Das Handy verfügt zudem über eine Frontkamera, die sich etwa für VoIP-Videotelefonate (Android 2.3 verfügt nun auch über eine SIP-Funktion) eignet, wenngleich auch nur VGA-Qualität übermittelt wird. Gewohnt stark ist der MP3-Player, der zwar nicht ganz an HTC- oder Apple-Qualität heranreicht, dank interner Equalizer aber genügend Druck für den Bassbereich und Schärfe bei den Höhen hervorzaubert. Dank eingebauten NFC-Reader und -Writer lassen sich mit dem Nexus auch NFC-Tags auslesen und beschreiben, was in Zukunft einige interessante Applikationen erwarten lässt. Auch wenn die Technologie momentan noch in erster Linie mit mobilem Bezahlen in Verbindung gebracht, lassen sich mit NFC schier unergründliche Möglichkeiten (Stichwort: "Internet der Dinge") ausschöpfen. Bisher ist das noch ein Alleinstellungsmerkmal für das Nexus S im Smartphone-Segment (bisher verfügen etwa nur einige Niedrigpreis-Handys von Nokia über diese Schnittstelle).

Fazit

Leider macht das Nexus S aufgrund des Plastikgehäuses einen wenig wertigen Eindruck. Pluspunkte sammelt das Handy aber durch das hervorragende Display und Extras wie der NFC-Schnittstelle. Android 2.3 läuft auf dem Smartphone hervorragend schnell, der Touchscreen ist sehr präzise. Wer bereit ist, zwischen 450 und 500 Euro für ein Android-Handy auszugeben, sollte das Nexus S auf den jeden Fall im Laden testen - allen anderen sei das nun etwas billigere Nexus One oder HTC Desire ans Herz gelegt.


Fotos: © internet-unterwegs.com (Titelseite) / Google, Samsung
 

1 Kommentar

  1. Hallo. Ich muss sie leider berichtigen beim dem Thema Multitouch. Ich besitze selber das Nexus s und kann ihnen versichern das es bis zu 5 Finger erkennen kann. Ich habe dies bezüglich ein paar Tests durchgeführt. Mfg Sebastian Görick

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