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Samsung Galaxy Nexus im Test
Mittwoch, 15. Februar 2012 um 17:10 Uhr
galaxy-nexus-teaserRasant geht es voran: Mit dem Galaxy Nexus schickt Android das dritte Smartphone aus der Nexus-Reihe ins Rennen und setzt ein weiteres Mal auf die Zusammenarbeit mit Samsung. Als Zuckerl wurde beim neuen Google-Handy die neuste Android-Version 4.0 unter die Haube gepackt. Multimedia-Extras gibt's zuhauf. Doch wie schlägt sich das Smartphone im Alltagstest?


Verarbeitung

Seine Premiere feierte die Nexus-Reihe Anfang 2010 mit dem Nexus One - damals noch gefertigt von der taiwanesischen Handy-Schmiede HTC. Die ist vor allem bekannt für robuste, edel anmutende Smartphones und packte die Google-Technik in ein ansprechendes Äußeres. Bei Samsung - seit dem zweiten Handy aus der Nexus-Reihe - hingegen setzt man auf Leichtigkeit. Oder kurz gesagt: Plastik. Ähnlich wie das Nexus S macht auch das Galaxy Nexus nicht den stabilsten Eindruck. Wie bei vielen Samsung-Modellen ist speziell die Abdeckung für den Akku nahezu papierdünn. Vorteil gegenüber dem Nexus S: Durch die komplett mit kratzfesten Glas überzogene Vorderseite und seinem Spiegeleffekt sieht das Galaxy Nexus weit eleganter aus als der noch etwas sperrige Vorgänger. Dennoch: Ein Aluminiumrahmen wäre wünschenswert gewesen, sodass wir der Verarbeitung nur die Note 2 geben.

Handhabung

Klar: Android-Fans dürften ganz heiß auf das Galaxy Nexus sein. Zum einen, weil die Google-Handys grundsätzlich vor allen anderen Android-Smartphones mit Updates des Betriebssystems versorgt werden, zum anderen, weil das Galaxy Nexus derzeit noch das Android-4.0-Monopol innehat - auf anderen Geräten läuft derzeit noch maximal Version 2.3 (Android-Ausgaben mit 3.x sind für Tablet-PCs reserviert). galaxy-nexus-innen Mit Version 4 hat Google noch einmal mächtig an der Gestaltung der Oberfläche Hand angelegt und die Performance des Betriebssystem nach oben geschraubt - nicht zuletzt, weil Android 4 für Dual-Core-Prozessoren ausgelegt ist, mit dem auch das Galaxy Nexus Berechnungen durch seine Kondensatoren schickt. Kurz gesagt: Das Handy ist gnadenlos schnell und reagiert in Echtzeit auf Touchscreen-Eingaben - speziell der Browser macht nun endlich einen richtig flotten Job. Zudem sind die Menüs etwas aufgeräumter und die Telefonflächen (etwa bei ankommenden Anrufen) sehen schicker und moderner aus.

Neu ist zudem der Verzicht auf die Lupen-Taste am unteren Bildschirm, die hartgesottenen Nexus-Fans vermutlich abgehen wird - mit einem Widget für die Google-Suche auf dem Homescreen lässt sich das aber einfach lösen. Ansonsten sind die drei Softkey-artigen Grundtasten (Zurück, Home, Multitask) am unteren Ende sehr elegant ins Gesamtbild eingefügt: Wird der Bildschirm eingeschaltet, bleiben diese als statisches Element stets sichtbar - bei der Deaktivierung des Displays verschwindet das Hintergrundlicht. Die Multitask-Funktion bei Android 4 hingegen dürfte Geschmackssache sein - für uns ist die Darstellung der im Hintergrund laufenden Anwendungen eher weniger gelungen. Zudem besitzen auch ältere Android-Versionen bei längerem Drücken auf die Home-Taste eine ähnliche Funktion. Insofern: eher Marketing-Gag als Smartphone-Innovation. Nachdem auch das Galaxy Nexus insgesamt bei der Geschmeidigkeit etwas hinter dem neusten iPhone zurückbleibt, bekommt das Handy hier die Abschlussnote 1-.

Display

Auch Google folgt dem Trend: Displays müssen immer größer werden. 11,8 Zentimeter misst der Bildschirm des Galaxy Nexus demnach in der Diagonale - bei einer Breite von gut 6,5 Zentimetern braucht man da schon fast Bauarbeiterhände. Dafür macht das Displays speziell draußen einen guten Eindruck und lässt Inhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut erkennen. Die Farbwiedergabe erschien uns ein wenig zu dunkel, dafür aber angenehm kräftig. Insgesamt erhält das Galaxy Nexus für sein Display wiederum eine 1-.

Multimedia

galaxy-nexus-innen2 WLAN, GPS, UMTS/HSDA - alles schon Standard für moderne Smartphones. Doch das Galaxy Nexus setzt hier noch einen drauf: Zum einen beherrscht es blitzschnelles mobiles Internet über HSPA+, zum anderen ist auch ein NFC-Chip verbaut. Letzterer ist zwar hierzulande noch nicht wirklich brauchbar, verspricht aber einige interessante Anwendungen. Dabei steht das mobile Bezahlen per Handy im Vordergrund, aber auch zwischen NFC-Handys lassen sich bequem durch Aneinanderhalten der Geräte etwa Daten austauschen. Negativ wiederum fiel der fehlende Speicherkartenslot auf - intern ist der Speicher auf 16 GB begrenzt, effektiv bleiben gut 12 übrig. HD-Blockbuster lassen sich damit also nur schwerlich transportieren. In puncto Musik liefert das Handy einen angenehm satten Sound, auch wenn es weiterhin hinter der Qualität des iPhones und auch des HTC-Vorgängers Nexus One bleibt. Wer allerdings nicht das Gras flüstern hört, wird mit der Soundqualität zufrieden sein. Weit mehr enttäuschend ist die 5-Megapixel-Kamera, die speziell bei Innenraumaufnahmen extrem rauscht und unnatürliche Farben abbildet. Hier kann man von einem Oberklasse-Smartphone mehr erwarten. Trotz NFC und HSPA+ erhält das Handy deswegen lediglich die Note 2 im Bereich Multimedia.

Fazit

Das Galaxy Nexus ist ein elegantes Handy mit ordentlicher Verarbeitung, einer sehr guten Bedienbarkeit und einem starken Display. Wirklich Minuspunkte muss das Smartphone nur für seine schwache Kamera hinnehmen. Als kleine Bonbons wiederum gibt es NFC, HSPA+ und natürlich die neuste Android-Version. So bleibt lediglich das deutlich teurere iPhone 4S als Konkurrenz - und da entscheidet bei der Kaufentscheidung meist sowieso mehr die Betriebssystem-Ideologie als die dahinterliegende Technik. Insofern: Für Android-Fans sollte das Galaxy Nexus ganz oben auf der Merkliste stehen!


Das Leihgerät wurde internet-unterwegs freundlicherweise zur Verfügung gestellt von getgoods.de

Fotos: © internet-unterwegs.com 
 

2 Kommentare

  1. Ich als Galaxy Nexus Besitzer frage mich gerade ob die Autoren dieses Artikels das Galaxy Nexus jemals in der Hand hatten. Der Rahmen besteht aus sehr robusten Aluminium und das Display ist alles andere als kratzfest.
  2. Doch stimmt schon so! Der Rahmen ist nicht aus Aluminium und das Display soll kratzfest sein. Sagt Wikipedia auch so http://de.wikipedia.org/wiki/Galaxy_Nexus

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