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Ratgeber zum Surfen mit dem Handy und Laptop

Ratgeber für mobiles Surfen mit dem Internet

Wer auch im Park oder am Baggersee seine E-Mails abrufen, die Auktion bei eBay checken oder das Webradio starten will, holt sich das Internet per Handy oder Laptop in die Natur. Doch was für Hardware brauche ich fürs mobile Web? Welchen Tarif soll ich wählen? Was bedeutet UMTS? Und gibt es einen Unterschied zwischen mobilem und "echtem" Internet?


internet-unterwegs gibt Tipps und Antworten auf die wichtigsten Fragen zum mobilen Internet via Handy oder Laptop:

 



Was ist mobiles Internet?

Als "mobiles Internet" bezeichnet man den Web-Zugang von unterwegs über eine der beiden Mobilfunkfrequenzen GPRS oder UMTS. Während auf der GPRS-Frequenz mit jedem Handy oder Laptop (mit entsprechender Hardware) gefunkt werden kann, unterstützen UMTS von Werk aus nur modernere Mobiltelefonmodelle.


 

Ist mobiles Internet genauso wie das "echte Internet"?

Grundsätzlich: ja. Allerdings sollten Sie auf die geeignete Verbindung (EDGE, UMTS oder HSDPA) sowie einem entsprechenden Endgerät achten. Surfen Sie außerhalb der eigenen vier Wände etwa mit Ihrem UMTS-Laptop im Netz, werden Sie das Web (bei guter Funkverbindung) ebenso wie am stationären DSL-PC erleben.
Bei Handys sollten Sie auf die geeignete Software (einen geeigneten Webbrowser) achten, und die Display-Größe des Mobiltelefons berücksichtigen - bei regulären Handys (etwa Sony Ericssons Walkman-Modelle oder Nokias N-Serie) erhalten Sie auf Webseiten nur einen ausschnitthaften Einblick. Bei großflächigen Displays wie bei Apples iPhone etwa dagegen werden die Seiten nicht skaliert und sind so fast komplett auf einer Display-Seite sichtbar.
Außerdem sollten Sie bedenken, dass manche Webseiten auf dem Handy als spezielle "mobile Version" starten - und dann beispielsweise keine Bilder erscheinen, weil diese größere Datenmengen zum Download beanspruchen. Eine weitere Spezialversion bei Handys ist "WAP": Hier werden Webseiten speziell für kleine Displays umgewandelt und (auch hinsichtlich der Datenmenge) minimiert - das hat dann mit dem echten Internet nur mehr wenig zu tun und gilt mittlerweile dank schneller Datenleitungen wie UMTS auch als veraltet.


 

Ist das mobile Web nicht sehr teuer?

Nicht mehr - die Mobilfunkfirmen begreifen das mobile Internet zunehmend als Wachstumsmarkt und liefern sich einen echten Wettbewerb. Die Gebühren sind allerdings im Vergleich zum normalen Mobilfunkvertrag noch etwas teurer: Bei den üblichen Laptop-Flatrates fürs mobile Internet etwa kommt zu einer monatlichen Grundgebühr zwischen 20 und 35 Euro meist noch eine einmalige Anschlussgebühr (zwischen 10 und 30 Euro) hinzu. Damit können Sie dann bis zu maximal 10 Gigabyte (meist aber nur 5 Gigabyte) pro Monat an Daten aus dem Internet in Höchstgeschwindigkeit abrufen.
Eine (meist) kostenlose Alternative sind "Hotspots", die etwa von Cafés oder Restaurants angeboten werden. Hier surfen Sie kabellos per WLAN-Zugang auf Rechnung des jeweiligen Anbieters - allerdings ist dieser Zugang auf einem bestimmten Radius beschränkt und deshalb keine Alternative zu einem "echten" Vertrag fürs mobile Internet.


 

Wo ist der Unterschied zwischen UMTS und GPRS?

UMTS (auch als "dritte Generation" oder "3G" bezeichnet) ist der Nachfolger der GPRS-Mobilfunkfrequenz ("2G"). Mit UMTS werden wesentlich höhere Datenraten erreicht (theoretisch bis zu 384 kBit/s) als bei GPRS (circa 64 kBit/s). Mit dem neueren Standard schafft die Verbindung also bis zu sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit, sodass das Internetsurfen ähnlich schnell wie vom Heim-PC mit DSL gewohnt abläuft. Nachteil von UMTS: Es ist nicht in allen Gebieten Deutschlands verfügbar. Surft man mit seinem Handy oder Laptop in einer solchen Region wird automatisch auf GPRS umgeschaltet, weil dieses Netz auch wirklich flächendeckend in Deutschland vorhanden ist. Übrigens gilt selbst herkömmliche UMTS-Geschwindigkeit mittlerweile als überholt, und wird von vielen Providern per HSPA (HSDPA / HSUPA) aufgerüstet.


 

Was ist HSDPA?

HSDPA ist eine Erweiterung von UMTS, die Daten noch wesentlich schneller (bis zu 7,1 Megabit pro Sekunde) vom Web auf Handy oder Laptop bringt. Das Pendant für Uploads - wenn Sie beispielsweise Bilder ins Web stellen wollen - ist HSUPA (mit theoretisch bis 5,8 Mbit/s). Zusammengefasst nennen sich die beiden Technologien "HSPA".


 

Und was ist EDGE?

Gleich wie HSPA ist auch EDGE eine Hochrüstung für eine Mobilfunkfrequenz - diesmal aber für das im Vergleich zu UMTS langsamere GPRS. Erreicht werden über EDGE statt der üblichen 64 Kilobit pro Sekunde theoretisch 384 Kilobit pro Sekunde - üblich sind aber im Durchschnitt etwa 220 Kilobit pro Sekunde.


 

Welche Hardware benötige ich fürs mobile Internet?

Für das mobile Web benötigen Sie - egal ob Sie unterwegs mit dem Laptop oder dem Handy online gehen wollen - eine geeignete SIM-Karte, die Sie von einem Provider nach Vertragsabschluss für einen Tarif ins mobile Internet erhalten. Sie dient schlicht der personalisierten Einwahl ins Netz (und der Gebührenabrechnung). Wollen Sie per schnellem UMTS im Web surfen, benötigen Sie bei Laptops (falls nicht schon vom Hersteller eingebaut) ein UMTS-Modem (etwa einen USB-Surfstick oder eine UMTS-Datenkarte, in die die SIM-Karte eingelegt wird).

Speziell bei Laptops besteht die Wahl zwischen sogenannten "Surfsticks", UMTS-Datenkarten und USB-Boxen. Die Sticks werden meist per USB angeschlossen und sind deswegen portabel, also an anderen Rechnern mit USB-Anschluss einsetzbar. UMTS-Datenkarten sind zwar nicht wirklich portabel, dafür aber sehr kompakt, weil sie direkt ins Laptop eingesetzt werden. Vorsicht ist hier beim Typ geboten: Unterstützt ihr Laptop das ältere "PC-Card-Format" (auch: "PCMCIA"), sind die heute geläufigen Karten im "ExpressCard"-Format nicht kompatibel. Am besten also schon bei der Laptop-Wahl auf ein ExpressCard-Modell setzen. USB-Boxen wiederum sind aufgrund ihrer Größe nicht wirklich mobil - stellen aber etwa in den eigenen vier Wänden guten UMTS-Empfang sicher: Ist etwa die Verbindung auf der Wohnzimmercouch schwach, stellen Sie die USB-Box einfach an einen Platz mit höherer Signalstärke auf - die Daten werden dann per WLAN an den Rechner gefunkt. Möglich ist es übrigens auch, den Laptop übers Handy Web-fähig zu machen (selbst wenn manch Anbieter etwas dagegen hat). Voraussetzung dafür: Das Handy muss über eine UMTS-Modemfunktion verfügen - bei modernen, höherwertigen Mobiltelefonen ist das aber meist der Fall.

Wollen Sie dagegen mit dem Handy mobil surfen, sollten Sie - falls Sie die schnelle UMTS- oder HSPA-Geschwindigkeit wünschen - auf die UMTS-Fähigkeit Ihres Handys achten. Sonst ist die Internetgeschwindigkeit nur per GPRS oder (dem schnelleren) EDGE möglich - allerdings unterstützen auch letztere Technologie nicht alle Handys.

Sie haben weitere Fragen? Dann schauen Sie in unserem "Ratgeber für mobiles Internet per Laptop" oder dem "Ratgeber für mobiles Internet per Handy" nach.


 

Woher weiß ich, ob eine UMTS-Verbindung vor Ort vorhanden ist?

Grundsätzlich gilt: In Ballungszentren sind die Netze in der Regel gut ausgebaut, auf dem Land wird's mau. Die vier großen Provider T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 bieten zur Übersicht jeweils eine Karte mit der Netzabdeckung an: T-Mobile-UMTS-Abdeckung, o2-UMTS-Abdeckung, Vodafone-UMTS-Abdeckung, E-Plus-UMTS-Abdeckung


 

Welchen Anbieter für mobiles Internet soll ich wählen?

Bei der Tarifwahl sollten Sie - falls Sie UMTS präferieren - nicht nur auf Preis und Typ achten, sondern auch, welches Netz Sie nutzen. Die am dichtesten ausgebauten Netze bieten T-Mobile und Vodafone an, o2 und E-Plus weisen eine etwas durchlässigere Vernetzung vor. E-Plus kann zudem bislang noch keine HSPA-Unterstützung gewährleisten. Bei einem unbekannten Anbieter sollten Sie im Kleingedruckten nachlesen, welches Netz der großen Vier dieser nutzt - meist sind das jedoch die gut ausgebauten Netze von T-Mobile oder Vodafone.


 

Woher weiß ich, wie viele Megabytes ich pro Monat im mobilen Internet abrufe?

Grundsätzlich gilt: Multimediadateien wie etwa Bilder, Video oder Musik verursachen größere Datenmengen als reine Textinhalte. Websites, die als mobile Version geladen werden, beanspruchen kaum mehr als 100 Kilobyte, die meisten sogar weitaus weniger. Für vollwertige Internetseiten dagegen transportiert Ihr Endgerät schon mal mehr als ein Megabyte an Daten; im Durchschnitt zwischen 300 und 600 Kilobyte.


 

Was muss ich bei der Tarifwahl beachten?

Bei der Tarifwahl ist zunächst wichtig, welche Surftyp Sie sind - also wie oft Sie für was in welchen Zeiträumen ins Internet gehen wollen. Angeboten werden von den Providern meist drei verschiedene Tariftypen:

  • Zeittarif: Hier wird nach Zeiteinheiten und nicht nach Download-Mengen abgerechnet
  • Volumentarif: Hier dürfen Sie eine bestimmte Menge an Daten herunterladen
  • Flatrate: Für eine monatliche Gebühr können Sie hier zeitlich unbegrenzt bis zu zehn - meistens allerdings nur fünf - Gigabyte an Daten aus dem Internet abrufen (anschließend wird die Geschwindigkeit gedrosselt)

Ferner sollten Sie darauf achten, dass zur reinen Gebühr für eine Flatrate etwa meist noch eine Anschlussgebühr hinzukommt. Außerdem werden viele Tarife nur zusammen mit entsprechender Hardware angeboten. Sogar komplette Laptops sind derzeit so schon für einen Euro in Verbindung mit einem Tarifvertrag erhältlich. Manch Anbieter fordert auch ein sogenanntes "Kartenpfand", das Sie nur zurückerhalten, wenn Sie am Ende der Vertragslaufzeit die SIM-Karte in einwandfreiem Zustand wieder an den Anbieter zurücksenden.
Wichtig ist zudem die Vertragslaufszeit: Nachdem die Tarife beständig fallen, sollten Sie auf geringe Laufzeiten achten. Möglicherweise ist der heutige günstige Tarif in einem Jahr schon wieder völlig überteuert. Manche Provider geben dafür auch Boni auf vorzeitige Verlängerungen, bei manchen sind die Tarife auch gestaffelt: Im ersten Jahr ist die Gebühr noch moderat, im zweiten Jahr manchmal wieder richtig teuer. Achten Sie zudem auf Kündigungsfristen, weil sich die Verträge in der Regel automatisch verlängern - etwa ein halbes Jahr vor Ablauf sollten Sie noch einmal einen Blick in die Unterlagen werfen.

Sie suchen den passenden Tarif für sich? Dann prüfen Sie aktuelle Angebote in unserem "Tarif-Finder für mobiles Laptop-Internet".


 

Welcher Tariftyp ist der richtige für mich?

Um die sinnvollste Variante zwischen Zeittarif, Volumentarif und Flatrate zu ermitteln, sollten Sie einen ungefähren Überblick haben, wie oft, wie lange und wofür Sie im Web von unterwegs surfen wollen.

  • Wenigsurfer (etwa 100 E-Mails mit kleinem Anhang und etwa 50 besuchte Websites pro Monat) sollten einen Volumentarif wählen - sie zahlen dann auch wirklich nur für die abgerufenen Daten. Achtung aber bei Downloads - diese schöpfen womöglich gleich den Monatsbedarf aus!
  • Normalsurfer verschicken etwa 150 E-Mails mit kleinem Anhang, laden ab und zu eine MP3 aus dem Web und checken zweimal am Tag die neusten Meldungen auf Nachrichtensites (oftmals mit viel Bildmaterial). Auch hier eignet sich ein größerer Volumentarif. Wird mehr Wert auf Multimediainhalte (etwa mehr MP3s oder Videos von YouTube) gelegt, kann sich hier aber auch bereits eine Flatrate lohnen.
  • Vielsurfer: Wer mehr als 100 E-Mails mit größerem Anhang verschickt, mehr als vier Stunden pro Tag mit Surfen verbringt und sich dabei jeweils fünf Videos anguckt, ist mit einer Flatrate gut beraten.

 

Welches Web-Angebot verbraucht wie viel an Datenmengen?

Um zu wissen, welcher Tarif der richtige ist, sollte man sich über die verbrauchten Datenmengen im mobilen Internet bewusst sein. Hier eine kleine unverbindliche Zusammenstellung:

  • kleine Datenmengen verbrauchen: E-Mails ohne Anhang, Chats, Websites ohne Bilder
  • mittlere Datenmengen verbrauchen: E-Mails mit Anhang, Websites mit wenigen Bildern
  • große Datenmengen verbrauchen: E-Mails mit Bildern oder größeren Präsentationen im Anhang, Multimediaseiten wie YouTube, Internetradios, MP3-Downloads, Filesharing, Online-Games

Hier eine ungefähre Übersicht, was die abstrakten Datenmengen bedeuten:

  • 100 Megabyte: 150 empfangene oder versandte E-Mails (ohne Anhang!), 25 Stunden Surf-Zeit
  • 300 Megabyte: 150 E-Mails empfangene oder versandte E-Mails, 90 Stunden Surf-Zeit und 50 verschickte oder erhaltene Dokumente (etwa Excel-Tabellen)
  • 1 Gigabyte: 300 empfangene oder versandte E-Mails, 100 Stunden Surf-Zeit, 20 Stunden Chat, 10 MP3-Downloads, 80 verschickte oder erhaltene Dokumente und 20 Web-Videos
  • 5 Gigabyte: 2000 E-Mails empfangene oder versandte E-Mails, 250 Surf-Zeit, 100 Stunden Chat, 300 verschickte oder erhaltene Dokumente, 30 Spiele-Downloads, 100 MP3-Downloads, 100 Web-Videos

 

Was ist eine "Fair Flat"?

Als "Fair Flat" bezeichnen die Provider eine Flatrate, die aber auf eine bestimmte Datenmenge pro Monat begrenzt ist - meist sind das 5 Gigabyte. Nach Verbrauch dieser Menge wird die Verbindung bis Monatsende meist auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Nahezu alle Flatrates im Bereich des mobilen Internets sind Fair Flats. Als Begründung für die Begrenzung wird angeführt, dass so etwa Filesharing unterbunden werden soll.


 

Bild: © Alexandra Bucurescu / PIXELIO

 

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