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Googles Handy Nexus One im Test
Freitag, 19. Februar 2010 um 19:44 Uhr
Google Nexus One RückseiteAndroid 2.1 ist da - und wie! Mit dem Nexus One bringt Google ein eigenes Handy-Flagschiff ins Rennen, das höchsten Komfort im mobilen Internet verspricht. Nicht zuletzt wegen riesigem Display und verheißungsvoller Touchscreen-Steuerung. internet-unterwegs hat das Smartphone vor dem offiziellen Deutschlandstart getestet und näher hingeguckt, was hinter dem Hype steckt.


Verarbeitung

Dass Googles erste Anlaufstelle fürs Handwerk HTC ist, dürfte sich schon rumgesprochen haben. Und die taiwanesische Smartphone-Schmiede ist zweifellos ein klug gewählter Partner. Das Nexus One ist ein stolzes Stück Handy aus edler Kunststoff-Metal-Verpackung, die vom Feeling dem iPhone ziemlich nahe kommz. Kein Vergleich jedenfalls zum G1, der ersten Zusammenarbeit zwischen HTC und Google. Die abgerundeten Kanten lassen das Handy angenehm in der Hand liegen, die Form scheint etwas verzogen, was dem Nexus One eigenständigen Charakter gibt. Das Gewicht (immerhin 130 Gramm) trägt eher zur Wertigkeit bei als zu stören. Rundum also: in puncto Verarbeitung ein stolzer Nachfolger des G1.

Handhabung

Nexus One Long

Das Betriebssystem Android lag uns in der Version 2.1 (Eclair) vor - und die schönste Neuigkeit zuerst: Multitouch. Damit lassen sich nun endlich wie vom iPhone gewohnt mit zwei Finger Zoom-Bereiche (etwa auf Websites) vergrößern und verkleinern. Für den Surf-Komfort ein unschätzbarer Vorteil, weil bei älteren Android-Versionen speziell "kleinteilige" Websites mit vielen verlinkten Textfetzen zur Geduldsprobe wurden. Zum regulären Touchscreen hat Google dem Nexus One vier permanente Symbole am unteren Rand spendiert, die ebenfalls berührungsempfindlich sind. Zwar erweisen sich diese durchaus als nützlich, um etwa vom Untermenü auf den Start-Screen zu springen, brauchen aber allen Anschein nach etwas mehr Druck als das reguläre Display. Uns hat das bisweilen gestört. Highlight dagegen wiederum: die Sprachsuche, mit der sich das Tippen eines Begriffs sparen lässt. Die Erkennung funktionierte verblüffend gut, wobei uns leider eine Version vorlag, die nur mit Englisch umgehen kann. Die Eingabe über die virtuelle Tastatur ist sicher noch verbesserungswürdig - wirklich klappen will das nur im Querformat. Kleinen Schönheitsfehler gibt's auch noch: Zuweilen brechen Menübeschriftungen mitten im Wort um, was dem sonst stylishen Menüs etwas die Magie nimmt.

Ausstattung/Multimedia

Klar, dass bei diesem Punkt das Nexus One keine Wünsche offen lässt: schnelles Internet (HSPA), WLAN, GPS, Kopfhörerausgang - alles mit an Bord. Negativ fielen allerdings die etwas mauen Bilder der Kamera ins Gewicht (deren grafische Oberfläche übrigens genauso fad ist): Die Bilder waren durchwegs zu dunkel. Der MP3-Player hingegen offenbarte weder Schwächen noch konnte er uns zu Begeisterungsstürmen hinreißen - Standard eben.

Display

Nexus One mit Tasche

In puncto Bildschirm konnte das Nexus One in den Tests der Tech-Blogs oder Fachmagazine eigentlich regelmäßig Punkte abräumen. Und klar: 3,7-Zoll-Display mit AMOLED-Technologie hauen einen erst mal vom Sockel. Doch speziell in heller Umgebung machte der Bildschirm im Test von internet-unterwegs nicht unbedingt die beste Figur - da gefiel uns das Display von Samsungs I8910 HD etwa insgesamt besser. Und auch der Touchscreen zeigte Schwächen, weil Eingaben bisweilen unpräzise oder verzögert registriert wurden. Da hat Apple wiederum noch die Nase vorn.

Fazit

Trotz all der kleinen Schwächen hätten wir das Nexus One gerne in die Tasche gepackt - das Handy ist dank edler Verpackung und der extravaganten Form ein kleines Schmuckstück. Vor allem aber Android 2.1 hat uns dank Multitouch und Sprachsteuerung beeindruckt - auch stottern musste das Handy (wohl auch dank des schnellen Snapdragon-Prozessors) keine Sekunde. Sollte das Handy wirklich für 370 Euro ohne Vertrag auf den deutschen Markt kommen, führt im Grunde genommen kein Weg dran vorbei - gesetzt den Fall natürlich, man hat keine Paranoia vor Google.

Fotos: © Google / internet-unterwegs
 

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