internet-unterwegs Überall mobil im Internet surfen mit Handy und Laptop
Was ist LTE?
"LTE" ("Long Term Evolution") ist ein neuer Mobilfunkstandard, der mit mobilen Endgeräten wie Handys oder Surfsticks für Daten- und Sprachübertragung genutzt werden kann. Äquivalente Namen sind etwa "3.9G", "4G", "Super3G", "E-UTRAN" oder "HSOPA".

Im Gegensatz zur derzeit verbreiteten Mobilfunktechnik UMTS (auch: 3G) sind mit LTE weit höhere Übertragungsraten möglich. Derzeit erreichen LTE-Verbindungen etwa einen Durchsatz von 100 Mbit/s und vereinzelt noch deutlich mehr (bei UMTS liegen diese bei maximal 14,4 Mbit/s, bei DSL bei maximal 50 Mbit/s). Daten werden also mit LTE wesentlich schneller als mit bisherigen Übertragungsstandards zwischen den Endgeräten transportiert - das Herunterladen einer kompletten CD etwa würde nicht länger als fünf Sekunden dauern. Nicht nur deswegen soll der Standard speziell in Gebieten mit schlechter DSL-Versorgung als (kabelloser) Internet-Zugang dienen und bei Handys und Laptops für das mobile Internet zum Einsatz kommen. Der Ausbau für DSL-fremde Gebiete wird von der Bundesregierung unter dem Slogan "Digitale Dividende" forciert.

Wann beginnt der LTE Ausbau in Deutschland?

Die flächendeckende Einführung von LTE-Endgeräten (Handys, Modems, Surfsticks) läuft seit dem ersten Quartal 2011. Entsprechende Hardware wird bereits angeboten. Zudem existieren bereits LTE Tarife von T-Mobile, Vodafone und O2.

Welche Vorteile bietet LTE?

Der neue Mobilfunkstandard hat gegenüber dem heute verbreiteten UMTS neben der größeren Bandbreite noch eine Vielzahl neuer Mechanismen zur Datenübertragung, die viele Vorteile bieten:
  • geringere Latenzzeiten: Die Antwortzeit zwischen Endgerät und Netzrouter wird kleiner (auf etwa 10 Millisekunden). Eine Anfrage (etwa der Aufruf einer Website) landet so um einiges schneller an der Kommunikationsstelle des Netzbetreibers, sodass dieser die geforderten Daten zügiger senden kann.
  • skalierbare Bandbreiten: Die Ressourcenzuordnung kann zwischen 1,4 und 20 Megahertz an Funkkanalbreite betragen und je nach Anforderung variieren. So ist auch eine Unterteilung in verschiedene Tarifarten je nach Geschwindigkeit möglich. Weiter kann eine bestimmte Bandbreite garantiert werden.
  • Zwei-Antennen-System: Daten werden von Sender und Empfänger jeweils von zwei Antennen empfangen. Die Übertragung ist so gegenüber Störungen weitaus robuster als derzeitige Standards.
  • rein paketorientierte Datenübertragung: Im Gegensatz zu leitungsorientierten Datenübertragungen bietet LTE einen konstanten Datenfluss. Pausen, die beim Senden und Warten auf eine Antwort entstehen, können für andere Teilnehmer im Netz genutzt werden.

    Hinzu kommen neue Kodierungsverfahren, die Robustheit und Geschwindigkeit weiter verbessern sollen.

Welche Einsatzmöglichkeiten bietet die Technik?

Neben dem allgemeinen Einsatz bei PCs, Laptops oder Handys zur Funkdatenübertragung ermöglichen die Neuheiten bei LTE im Vergleich zu UMTS etwa den reibungsfreien Einsatz von Multimediaanwendungen: So lassen sich damit hochaufgelöste Filme in Echtzeit betrachten. Speziell für Anwendungen wie IP-TV (also Fernsehen übers Internet) ist die Technik interessant. Für Sprachdienste (also Telefonate) hingegen ist LTE weniger attraktiv, weil diese weniger Ressourcen fordern und bereits von UMTS oder GSM nahezu problemlos erledigt werden - allerdings beherrscht auch LTE die Sprachübertragung, etwa in Form von VoIP (Voice over IP). Als DSL-Ersatz in aus wirtschaftlichen Gründen spärlich ausgebauten Gebieten soll LTE vor allem im Osten Deutschlands zum Einsatz kommen.

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