internet-unterwegs Überall mobil im Internet surfen mit Handy und Laptop
TV-Studie: Mobiles Internet zu teuer und unkomfortabel
Montag, 27. September 2010 um 19:38 Uhr
Laptop im ZugDass die Fernsehender nicht gut aufs Internet zu sprechen sind, liegt auf der Hand: Via YouTube & Co. sein eigener Programmchef zu sein, wirkt schließlich auf viele Leute mehr Reiz aus als Musikantenstadl oder Schwarzwaldklinik. Das ZDF hat in einer Studie nun Argumente gegen das mobile Internet gesammelt - wir halten dagegen.



Laut einer vom ZDF gefeaturten Studie von Fittkau & Maaß zum mobilen Internet halten knapp 68 Prozent das Web via UMTS & Co. für schlicht zu teuer, 47 Prozent finden es "unkomfortabel". Weitere Hemmnisse gegenüber dem Internet für unterwegs: Es sei "zu langsam", habe "unklare Gebühren" und ist "zu kompliziert". So nutzen laut der Untersuchung gerade mal 13 von 100 Leuten das mobile Internet.

Mobiles Web zu kompliziert?

Im Gegensatz zu einer fast zeitgleich erschienenen Studie von TNS Infratest, die immerhin 21 Prozent aller Handy-Nutzer als Freunde des mobilen Internet bezeichnet, wird bei der ARD-ZDF-Studie nicht ganz klar, ob auch die mobile Nutzung via Laptop mit einberechnet wurde. Außerdem wurde offensichtlich keine Altersgrenze nach oben gesetzt - in den Befragungstopf kam scheinbar, wer über 14 Jahre alt war.

Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Dass angesprochene Kritikpunkte allerdings nicht (mehr) aufs mobile Web zutreffen, zeigt unsere Liste:

"Das mobile Internet ist zu teuer."  Das war einmal. Denn für unter 15 Euro gibt es aktuell UMTS-Flatrates, die einen Monat lang gelten und bis fünf Gigabyte an Datenvolumen bieten. Das ist meist deutlich billiger als ein statischer DSL-Anschluss, dessen Vertrag im Kleingedruckten im Übrigen auch oft die Bandbreite ab einer bestimmten Datenmenge drosselt (hier eine Testmöglichkeit). Bis zu 500 Megabyte bieten manche Surfstick-Anbieter sogar für unter zehn Euro im Monat an.

"Das mobile Internet ist unkomfortabel." Klar ist: Wer es bisher noch nicht genutzt hat, kann keine Aussage über die Bedienung treffen. Dass sich Laptops zudem kaum von stationären PCs unterscheiden, ist unbestritten. Und spätestens seit dem ersten iPhone von vor vier Jahren ist die Navigieren durchs mobile Web per Handy weitaus besser als sein Ruf.

"Das mobile Internet hat unklare Gebühren." Falsch. Wer seinen Handy-Vertrag versteht, dürfte mit einem Tarif fürs mobile Internet wohl kaum Probleme haben. So gut wie alle Angebote verstehen sich als Flatrate für ein bestimmtes Datenvolumen. Und dafür wird eine monatliche Gebühr fällig. So kompliziert?

"Das mobile Internet ist zu langsam." Sicher: Für das Streamen von Filmen in HD-Qualität reichen die UMTS-Bänder kaum aus. Dass aber bereits Tarife mit 14,4 Mbit/s auf dem Markt sind, hat sich auch noch nicht rumgesprochen. Diese dürften dann in etwa einem 5000er-DSL-Anschluss entsprechen. Im Vergleich dazu kostet der mobile Tarif dann zwar tatsächlich mehr als die DSL-Variante, ist dafür aber eben auch ... mobil!

"Das mobile Internet ist zu kompliziert." Wer den Tarif verstanden und schon einmal den Internet Explorer an einem PC geöffnet hat, kann dies kaum behaupten - es ist schlichtweg genauso wie am PC. Knapp 14 Prozent taten dies laut der Fittkau-&-Maaß-Studie trotzdem. Komisch.


Foto: © Peter von Bechen / Pixelio
 

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