internet-unterwegs Überall mobil im Internet surfen mit Handy und Laptop
Die Zukunft der Datentarife
Mittwoch, 07. Juli 2010 um 16:14 Uhr
NotausgangWelchen Weg schlagen die Tarife fürs mobile Web ein? Die Mobilfunkunternehmen feilen an neuen Exit-Strategien fürs Internet unterwegs, denn die Zeit drängt: Dem Netzverkehr über UMTS drohen jetzt schon dicke Datenklumpen, die die Transfers über die Luft träge machen. Die Preise nochmals anzuheben macht keinen Sinn - welche Optionen haben die Provider also noch, um ihre Netze zu finanzieren?


Von Schummel-Flatrates und Erste-Klasse-UMTS


Bis 2013, so eine aktuelle Studie des Netztechnikherstellers Cisco, wird der Datenverkehr über UMTS um 60 Prozent steigen. Es droht eine Überlastung der Netze, nachdem das mobile Internet via Handy, Laptop oder Tablet-PCs wie dem iPad den Mainstream erreicht hat. Schon zuvor versuchten die Anbieter, allzu hohen Netzauslastungen entgegenzuwirken, und boten von Anfang an keine echten Flatrates an: Das Volumenlimit war durchwegs auf fünf Gigabyte pro Monat begrenzt - "Fair Flats" tauften die Provider diese limitierten Pakete.

Mit Einzug des iPads scheint diese Strategie, einfach das Datenvolumen zu kappen, weiter an Popularität zu gewinnen: Nur die iPad-Tarife von Simply und die Micro-Sim von Blau gewähren hier die von Surfsticks gewohnten 5 Gigabyte an Volumen. Die restlichen Anbieter bieten nur Transfers von einem Gigabyte abwärts an. Doch nicht nur fürs iPad, auch für die USB-Sticks für Laptops setzt sich zunehmend der Trend durch, abgemagerte Flatrates auf den Markt zu werfen: Der kürzlich gestartete Sat.1 Webstick etwa kostet zwar nur 9,95 Euro pro Monat (also etwa zehn Euro weniger als bei der Konkurrenz), bietet aber gerade mal 500 Megabyte Inklusivvolumen. Wer unterwegs YouTube-Videos gucken will, schaut hier alsbald in die Röhre.

Geschwindigkeit kostet

Dass die Schummel-Flatrates vom Markt angenommen werden, darf bezweifelt werden. Viel wahrscheinlicher - und im Ausland bereits populär - ist eine Staffelung nach Verbindungsgeschwindigkeit. Mobilfunkriese Vodafone richtete dazu eine Art Highspeed-Internet ein: Die dabei verwendete HSPA+-Technik ermöglicht Downloads mit bis zu 14,4 Mbit/s - doppelt so schnell wie der derzeitige Standard HSDPA und etwa 40-mal so schnell wie UMTS. Der Haken dabei: Der zugehörige Tarif kostet etwa 15 Euro mehr pro Monat (ca. 40 Euro).

Als Kunde lässt sich das Treiben derweil gelassen beobachten. Mit der Technik LTE hat dieser schließlich eine Art Trumpf in der Hand. Die nächste Weiterentwicklung von UMTS erlaubt Datenraten von etwa 100 Mbit/s, ist also nochmal siebenmal schneller als HSPA+. Erfolgt der Praxiseinsatz, dürften normale UMTS-Flatrates demnach bald für wenige Euro verfügbar sein - und der Kunde fein raus.


Foto: © Gabi Schoenemann / Pixelio
 

2 Kommentare

  1. Wow, schöne Zusammenstellung! Aber vielleicht kommt da doch Wimax statt LTE ;)
  2. Vodafone setzt voll auf LTE. Angeblich sollen alle GSM-Stationen umgebaut werden. WiMAX ist tot!

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