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Mobiles Internet per Handy – was man wissen muss
Sonntag, 19. April 2009 um 14:25 Uhr

Internet in der Hosentasche - per Handy transportieren Sie das Web überall dorthin, wo Sie's haben wollen: Ob Wikipedia-Ratgeber im Museum, E-Mail-Check im Café oder YouTube in der Trambahn - mit entsprechendem Handy und Tarif ist das kein Problem. internet-unterwegs klärt die wichtigsten Fragen zum Unterwegs-Web auf dem Mobiltelefon.

 

Wie komme ich mit dem Handy oder Smartphone ins Internet?

Grundsätzlich gibt es zwei Mobilfunkfrequenzen, die den Empfang von mobilem Internet unterwegs via Handy ermöglichen: GPRS oder UMTS. Letzteres ist deutlich schneller, und erreicht (mit der Erweiterung HSDPA) bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde. Herkömmliches ISDN etwa drückt gerade mal 64 Kilobit pro Sekunde durch die Leitung.
Während GPRS nahezu jedes Handy unterstützt, müssen Sie für UMTS genau aufs Modell achten. Zwar erreicht auch GPRS (über die Erweiterung EDGE) eine passable Verbindungsgeschwindigkeit - spätestens bei Downloads (etwa E-Mail-Anhänge) oder Web-Videos zeigt sich die Frequenz aber etwas schwerfällig.
Achtung: Nicht überall gibt's UMTS. Um zu prüfen, ob Sie vor Ort auf UMTS zugreifen können, eignen sich diese Anbieterkarten: T-Mobile-UMTS-Abdeckung, O2-UMTS-Abdeckung, Vodafone-UMTS-Abdeckung, E-Plus-UMTS-Abdeckung


 

Was für einen Vertrag muss ich fürs mobile Internet per Handy abschließen?

Die meisten Handy-Verträge beinhalten bereits einen Modus fürs mobile Surfen - allerdings sind hier die Gebühren meist sehr hoch. Von daher machen spezielle Surf-Tarife Sinn, wenn Sie das Unterwegs-Web sinnvoll nutzen wollen. Diese gliedern sich wie folgt in verschiedene Typen auf:

  • Zeittarif: Hier wird nach Zeiteinheiten abgerechnet, also wie lange Sie im Internet surfen - Zeittarife eignen sich für Internet-Surfer, die nur sporadisch und kurz im Web unterwegs sind
  • Volumentarif: Hier dürfen Sie (meist gegen eine monatliche Grundgebühr) eine bestimmte Menge an Daten herunterladen oder zahlen nur für genau das, was Sie an Daten abgerufen haben. Volumentarife eignen sich eher für Gelegenheitssurfer
  • Flatrate: Hier können Sie gegen eine monatliche Gebühr zeitlich unbegrenzt Daten aus dem Internet abrufen - entsprechend sind Flatrates für Vielsurfer die richtige Wahl. Achten Sie bei Flatrates auf die Volumengrenze (meist 5 Gigabyte, danach wird die Geschwindigkeit gedrosselt). Außerdem sollten wie immer etwaige Anschlussgebühren und fürs Laptop-Internet mögliche Kosten für die Hardware (Surftstick oder XpressCard) miteinberechnet werden.

Haben Sie bereits einen Vertrag bei einem Provider, können Sie bei diesem meist auch im Nachhinein bestimmte "Daten-Optionen" aufbuchen - achten Sie allerdings stets darauf, dass Sie dabei nicht unnötig mehr Daten abrufen als nötig. Unser Ratgeber für günstigeres Surfen gibt hier Hilfestellung. Seit Kurzem werden aber auch spezielle Verträge fürs mobile Internet angeboten - so verkauft etwa T-Mobile das iPhone von Apple nur mit bestimmten Tarifen, die sich fürs mobile Web eignen. Spezialfall zudem: Sollten Sie Besitzer eines BlackBerrys sein, gelten meist gesonderte Tarife.

Wer dagegen weniger auf die monatliche Rechnung sondern vielmehr auf eine Prepaid-Karte setzt, muss nicht außen vor bleiben: Auch für dieses Bezahlmodell gibt es Angebote fürs mobile Internet - und auch hier gilt: besser eine spezielle Internet-Option aufbuchen, sonst kann's richtig teuer werden.


 

Welcher Tarif ist der richtige für mich?

Um zu prüfen, welcher Surftyp Sie sind, eignet sich diese kleine Übersicht:

  • Wenigsurfer verschicken oder empfangen etwa 150 E-Mails ohne Anhang und verbringen 25 Stunden pro Monat im Web - entspricht etwa 100 Megabyte

  • Gelegenheitssurfer verschicken etwa 150 E-Mails mit kleinem Anhang und sind 90 Stunden pro Monat im mobilen Internet unterwegs - entspricht etwa 300 Megabyte

  • Normalsurfer verschicken oder empfangen 300 Mails teils mit Anhang, verbringen 100 Stunden im Netz, chatten 20 Stunden per Instant Messenger, laden 10 MP3s aus dem Netz und gucken 20 Web-Videos - entspricht etwa einem Gigabyte

  • Vielsurfer empfangen oder verschicken 2000 Mails teils mit Anhang, verbringen 250 Stunden im Web, chatten zusätzlich 100 Stunden, laden sich 30 kleinere Spiele sowie 100 MP3s aus dem Internet und gucken 100 Web-Videos - entspricht etwa 5 Gigabyte
Sie möchten aktuelle Angebote prüfen? Hier geht's zu unserem "Tarif-Vergleich für mobiles Internet per Handy".

 

Ich möchte speziell ein Handy fürs mobile Web kaufen - worauf muss ich achten?

Wollen Sie eine Verbindungsgeschwindigkeit wie vom DSL-PC gewohnt, sollten Sie zunächst darauf achten, dass das Handy UMTS unterstützt - besser noch: den UMTS-Turbo HSDPA. Auch den Umstand, dass Sie schlicht keine Maus zur Verfügung haben, sollten Sie berücksichtigen: Echten Web-Spaß garantieren hier streng genommen nur Touchscreen-Displays wie bei Apples iPhone oder HTCs G1. Nicht-Touchscreen-Modelle setzen meist auf eine Navigation per Joystick oder Pfeiltasten. Weiter sind auch Display-Größe und vor allem Display-Auflösung wichtig: Letztere sollte keinesfalls unter 240 x 320 Pixel angesetzt werden - wirklichen Komfort bieten nur Modelle mit mindestens 240 x 400 Pixel. Achten Sie zudem darauf, wieviel Pixel pro Quadratmillimeter abgebildet werden. Wer zudem auch kostenlose Hotspots nutzen will, braucht natürlich auch eine WLAN-Verbindung; für die Navigation oder geobasierte Anwendungen GPS beziehungsweise das schnellere A-GPS.


 

Welche Software benötige ich?

Für den mobilen Internet-Zugang übers Handy benötigen Sie - wie beim PC - einen Webbrowser. Beliebt sind beim Handy-Web vor allem Opera Mini (von Opera Software) und Safari (von Apple) - ersterer eignet sich für kleinere Handy-Display, letzterer etwa für Bildschirme wie beim iPhone. Bei den meisten Handys ist von Werk aus bereits ein Webbrowser installiert. Gefällt dieser nicht, kann meist auch (kostenlos) ein neuer aufgespielt werden. Weitere Alternativen sind etwa der Internet Explorer Mobile, Teashark, Google Chrome oder Skyfire.


 

 

Bild: © Plambeck / PIXELIO

 

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